Zu reizvoll ist der Gedanke, die Handlung selbst als raffinierte Täuschung zu inszenieren. Doch in jeder Fälschung - so die Kernthese des Films - verbirgt sich auch etwas Authentisches. In diesem Fall ist es die atemberaubende Präsenz von Geoffrey Rush ("Der Schneider von Panama"). Sein Porträt eines neurotischen Auktionators, der den Verführungskünsten einer rätselhaften Auftraggeberin verfällt, ist ein wahrer Kunstgenuss. Giuseppe Tornatore ("Cinema Paradiso") inszeniert gewohnt stilvoll, entwickelt seine Geschichte aber allzu ausschweifend und vorhersehbar.
Es ist eine böse Anschuldigung: Weil ein kleines Mädchen behauptet, der unbescholtene Erzieher Lucas (Mikkelsen) habe sich ihr unsittlich genähert, rottet sich eine Dorfgemeinschaft gegen den vermeintlichen Triebtäter zusammen. Der Geächtete wird zunächst nur verbal attackiert, doch Gewalt kennt viele Spielarten, und bald steht Lucas vor den Trümmern seiner Existenz. Regisseur Thomas Vinterberg ("Das Fest") hat ein beklemmendes Spannungsdrama inszeniert, das wie unter der Lupe die Mechanismen einer kollektiven Hetzkampagne aufzeigt. Das angeklebte Fast-Happy-End entbehrt leider aller Logik und mindert die Wirkung des Films.
Von Schnackenburg im Dreiländereck bis zur Elbmündung in die Nordsee führt die 250 Kilometer lange Reise in "Die Elbe von oben". Die Luftaufnahmen entlang der Elbe, die Kameramann Klaus Stuhl vom Helikopter aus aufzeichnete, sind beeindruckend, und die begleitende Filmmusik von Clemens Winterhalter verleiht ihnen einen fast epischen Charakter. Die spektakulären Bilder dienen als roter Faden zwischen Episoden über Menschen, Tierarten und Industrien, die einen engen Bezug zur Elbe haben. Die Dokumentation weckt an vielen Stellen das Interesse - sei es an der ehemaligen Grenzfunktion der Elbe zwischen Bundesrepublik und DDR, an der Natur und der Fischerei, an der Schifffahrt, am Hamburger Hafen oder am ruhigen Leben am Fluss. Regisseur Marcus Fischötter führt die Elbe und ihre geschichtliche Bedeutung effektiv mit einigen der persönlichen Geschichten zusammen. Dabei wirkt die Auswahl der Segmente jedoch oft beliebig. Die Reise wird nach jedem Einblick prompt fortgesetzt, sodass "Die Elbe von oben" mit seinen schönen Bildern und Impressionen zwar abwechslungsreich dahinplätschert, aber meistens an der Oberfläche bleibt.
Kellner Ilir verliebt sich in den Kneipengast Paulo - der Beginn einer stürmischen Liebe, die zu zerbrechen droht, als Ilir im Gefängnis landet. Sperrig und warmherzig beschreibt das Regiedebüt des Belgiers David Lambert die Geschichte einer schmerzlichen Identitätssuche.
... und ein Unbekannter mit seinen Kreditkartendaten fröhlich einkaufen geht. Da die Tat in einem anderen Bundesstaat begangen wurde, muss er sich selbst auf den Weg machen, um den Dieb zu stellen. In Florida - wo in Hollywood-Filmen seit "Miami Vice" alles Überkandidelte, Halbseidene, Neureiche und Geschmacklose zu Hause ist - trifft er schließlich auf die angriffslustige Abzockerin Diana (Melissa McCarthy war für "Brautalarm" Oscar-nominiert). Wie es kommt, dass die zwei schließlich gemeinsam nach Denver aufbrechen, wo Sandy den Identitätsdiebstahl regeln muss, ist zu wirr, um es zu erklären. Auch nicht zwingend logisch ist das Auftauchen von Gangstern, einem Kopfgeldjäger und anderen Gestalten, die sich dem ungleichen Duo in den Weg stellen. Dass kriminelle Energie als Motivation für eine Komödie durchaus funktionieren kann, hat Regisseur Seth Gordon mit "Kill the Boss" bewiesen. Sein neuer Film ist gut für einige Lacher und lebt von der energetischen Hauptdarstellerin. Der Rest ist ziemlich halbgar.
Bei Sadako handelt es sich um die Geisterfrau, die in den japanischen "Ring"-Schockern als Videofluch ihre Opfer in den Tod trieb. Im 2.0-Aufguss sucht sie übers Internet nach einem Wirtskörper. Dabei wird die Hochspannung des Originals nie erreicht, die 3D-Geisterbahneffekte machen aber Laune.